Was ist der Unterschied zwischen Viren und Bakterien?

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Viren und Bakterien sind beides Krankheitserreger, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrem Aufbau, ihrer Funktionsweise und ihrer Behandlung. Während Bakterien eigenständige Lebewesen sind, gelten Viren nach heutiger Definition von Leben nicht als lebendig.

Aufbau und Größe

Bakterien sind einzellige Mikroorganismen mit einem eigenen Stoffwechsel, einer Zellmembran und – bei vielen Arten – einer Zellwand. Sie besitzen die Fähigkeit, sich selbstständig zu vermehren, indem sie ihre Erbinformation kopieren und sich teilen. Ihre Größe liegt meist zwischen 0,2 und 5 Mikrometern.

Viren dagegen bestehen nur aus einem Strang Nukleinsäure (DNA oder RNA), der von einer Proteinhülle (Kapsid) umgeben ist. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und keine Zellstrukturen. Mit einer Größe von nur 20 bis 300 Nanometern sind sie deutlich kleiner als Bakterien.

Vermehrung

Bakterien können sich eigenständig durch Zellteilung vermehren. Viren hingegen benötigen eine Wirtszelle. Sie dringen in diese ein, schleusen ihr Erbgut ein und zwingen die Zelle, neue Viruspartikel zu produzieren. Nach ihrer Freisetzung zerstören die neuen Viren häufig die Wirtszelle.

Erkrankungen und Behandlung

Bakterien können sowohl nützlich als auch krankheitserregend sein. Viele Bakterien leben beispielsweise im Darm und unterstützen die Verdauung. Krankheitserregende Bakterien können jedoch Infektionen wie Lungenentzündung, Harnwegsinfektion oder Borreliose verursachen. Gegen bakterielle Infektionen helfen Antibiotika, die gezielt den Aufbau oder Stoffwechsel der Bakterienzelle stören.

Viren verursachen Erkrankungen wie Grippe, Masern, COVID-19 oder Hepatitis. Da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, sind Antibiotika gegen sie wirkungslos. Stattdessen werden Virostatika eingesetzt, die die intrazelluläre Virusvermehrung hemmen, oder Impfstoffe, die das Immunsystem zur Abwehr befähigen.

Vergleichstabelle

Merkmal Bakterien Viren
Aufbau Eigenständige Zelle mit Zellwand und Stoffwechsel Keine Zelle, nur Nukleinsäure und Proteinhülle
Größe 0,2–5 µm 20–300 nm
Lebensform Lebewesen Keine Lebewesen im klassischen Sinn
Vermehrung Selbstständig durch Zellteilung Nur in Wirtszellen
Behandlung Antibiotika Virostatika oder Impfstoffe
Beispiele Streptokokken, Escherichia coli Influenzavirus, SARS-CoV-2

Zusammenfassung

  • Bakterien sind lebende, einzellige Organismen mit eigenem Stoffwechsel.
  • Viren sind keine Lebewesen, sondern genetisches Material in einer Hülle.
  • Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren.
  • Virale Infektionen können mit Virostatika behandelt oder durch Impfungen verhindert werden.

Siehe auch